Der Tod II


Er tanzt

er lässt sich davontragen vom harten „rasgueado“ der Gitarren

vom klagenden Laut der gutturalen, heiseren Stimme

der U-Stimme und Urgewalt, die deine Nerven aufpeitscht.


Hoch erhoben, die Arme, den Nacken zurückgeworfen, rhythmisches

Stampfen der Füße, die Augen schwarz glänzende Achate,

dann funkensprühende Rubine.


Der Tod

er kommt zu dir als spanischer Tänzer

er tritt all dein Leid, alle deine Erniedrigung

aber auch all deine Gleichgültigkeit und Schwachheit in den Boden

eins zwei drei schneller, lauter...... leiser.


Er macht dich rein und bereit für den letzten Tanz, den du mit ihm tanzen wirst

eintauchend in den blauen Kelch der Erkenntnis, des Begreifens

woher – wohin.


Er legt seine Hand plötzlich, tändelnd auf deine Schulter

du richtest dich auf, schwerelos, zum letzten Mal,

aller Bürden ledig

nach seinem Rhythmus tanzend – in die Erlösung.