Orion                  



Der Orion.....das ist mein Lieblingssternbild! Jeden Winterabend wenn ich Gelegenheit habe und natürlich wenn der Himmel wolkenfrei ist blicke ich zu meinem Liebling empor, denn er erscheint pünktlich so ungefähr um 21 Uhr vor meinem Loggia-Fenster.

Orion kommt von Urin und tatsächlich verdankt der Held aus der griechischen Mythologie seine Entstehung dem Urinieren zweier Götter. Das kam laut Mythologie so: Ein alter griechischer Hirte war kinderlos geblieben. Nachdem seine Frau verstorben war wollte er nicht mehr heiraten. Sein größter Wunsch war dennoch ein Sohn. Weil sich dieser alte Mann, wohl eine Ausnahme der Mitwirkenden in der griechischen Mythologie immer sehr gut aufgeführt hatte beschlossen Zeus und Hermes ihn heimzusuchen und ihm seinen sehnlichsten Wunsch, nämlich einen Sohn zu erfüllen. Nach jahrelangem Vergraben einer Kuhhaut und der Ausgrabung derselben urinierten die Göttlichen nacheinander auf dieselbe und es wuchs aus dem Urin ein schöner Jüngling, der nur einen großen Nachteil hatte, dass er von Stunde zu Stunde wuchs und wuchs und natürlich nicht mehr unter das bescheidene Dach seines Vaters passte.

Ob der anfangs glückliche Vater, dessen Wunsch endlich erfüllt wurde viel von seinem riesigen Sohn hatte ist nicht überliefert. Nach verschiedenen Taten und Untaten wird der Riese auf ewige Zeit an das Himmelsgewölbe gehängt. Die Phantasie der antiken Griechen ist enorm!

Wenn ich im Winter zu  m e i n e m   Orion aufblicke dann denke ich an das All, das wir nie gänzlich begreifen und erforschen werden und das ist gut so. Bei dieser Gelegenheit bin ich mir bewusst wie endlich und unbedeutend ich bin und wie ewig das All mit seinen Gestirnen ist. Es drängt sich mir natürlich die Frage meines woher und wohin auf. Und... war ich schon immer in irgendeiner Form da oder bin ich erst durch die Verschmelzung von der Eizelle meiner Mutter mit dem Samen meines Vaters entstanden. Die verschiedenen Religionen beantworten diese Fragen, die sich wohl jeder stellt mit der Verheißung ewigen Lebens nach dem Tode, wie immer die ewige Existenz sein mag.

In diesen Fällen sind wir an strenge Gesetze  und Gebote gebunden, die wir einhalten müssen, sonst  ergeht es uns schlecht!

Die Philosophie gibt auch keine eindeutige Antwort.

Manchmal stelle ich mir vor wie schön es wäre wenn ich nach dem Tode  zu einem Stern in der Nähe des Orion hinauf schweben könnte und wenn ich nur ein Staubkorn eines Sternes wäre. Es müsste  dort vor allem strahlend hell sein. Die Gewässer würden aus ineinander fließenden Kristallen bestehen und es würde jedes Mal ein unendliches
Wohl- und Glücksgefühl bedeuten wenn meine Existenz eintauchen  würde. Am besten wäre es für mich wenn ich für alle Ewigkeit in den kristallenen Wellen schwimmen dürfte – eben zum Beispiel als Staubkorn.

Aber – meine Betrachtungen und Gedanken kehren zurück auf diese meine Erde, an der ich durch die Schwerkraft klebe und in die ich, so scheint es mir – je älter ich werde immer tiefer hineinwachse wie ein alter Baum, der seine Wurzeln im Boden verfestigt. Nur, dass der Baum immer höher hinaufwächst während ich, eben von der Schwerkraft seit vielen Jahren angezogen, immer kürzer werde. Das ist die Realität!

Dennoch! Du gebrechlicher Körper, der mir Mühe macht - jedes Mal wenn ich mich bücken muss. Gehirn, das mir vorschreibt doch logisch zu denken und „am Teppich“ zu bleiben und das mir oft alles Unglück und Elend der Menschen in allen Erdteilen vor Augen führt. Lasst mich träumen! Lasst mich in Gedanken davon schweben!