Absurde Interviews, (Ausbruch eines fiktiven Psycho-Virus)


Bei bedeutenden und prominenten Persönlichkeiten unseres Landes scheint ein sogenanntes Psycho-Virus ausgebrochen zu sein. Das äußert sich folgender Maßen: Beim Interviewen  mancher Personen aus Politik, Wirtschaft usw. setzen sich bei den Befragten Gedanken, Ängste, auch Banalitäten dermaßen durch, dass die zu Interviewenden nicht im Stande sind die Gedanken, die sie während des Gespräches befallen zurückzudrängen. Ja es ist ein Zwang da, ganz gleich was der Journalist fragt, den Gedanken und –  möge er noch so absurd und unpassend sein – sofort auszusprechen. Und das äußert sich zum Beispiel so:  

 Ing. Quaslinger, Minister des Inneren:

Journalist: „Herr Minister was sagen Sie zur derzeitigen Flüchtlingsfrage. Kann Österreich die Herausforderung bewältigen?“

Minister Quaslinger: „Natürlich! Wir haben alles im Griff! Unsere Partei hätte darüber hinaus noch weitere Vorschläge. Aber der Regierungspartner und die Opposition sind dagegen.“

Journalist: „Wie wird ihre weitere Vorgangsweise sein? Wie werden Sie reagieren wenn sich die Lage verschärft?“

Minister Quaslinger: „Situations-elastisch! Wie mein Ministerkollege es ausgedrückt hat..........“ich muss eine Putzfrau finden! Vor zwei Wochen ist die Letzte davongerannt. Die ganze Zeit liegt mir meine Alte in den Ohren eine neue Putzfrau zu organisieren. Wenn ich heute keine Putzfrau auftreibe macht mir  meine Frau die Hölle heiß!“

Verdutzt blickt der Interviewer. Der Minister hofft auf Verständnis und entfernt sich eiligen Schrittes.


Das nächste Beispiel:

Professor Quants Avinus, bedeutender Wissenschaftler in der Gen-Forschung
spielt mit seinem beträchtlichen Gelehrtenbart.

Journalist: „Herr Professor Quants Avinus, Sie sind eine Kapazität auf dem Gebiet der Stammzellen-Forschung. Könnten Sie an einem Beispiel ausführen
wie das Klonen funktioniert?“

Professor Quants Avinus: „Nicht leicht zu erklären! Eine Eizelle wird entkernt und mit dem Erbmaterial einer Körperzelle versetzt. Es entsteht eine Zelle, die sich wie ein Embryo weiterentwickelt. Ich möchte das für einen Laien an einem Beispiel erklären. Danach wird jedem klar werden wie das Klonen funktioniert. Zum Beispiel Ihr geliebtes Hunderl macht den letzten Schnaufer und Sie sind natürlich tot-traurig. Wenn man dem Hunderl vorher Stammzellen entnimmt kann geklont werden und  schwup di wup! Ein neues, genauso liebes Hunderl ist da!“

Journalist: „Das ist ja hoch interessant und Bahn-brechend! Gibt es da noch weitere Forschungsergebnisse?

Professor Quants  Avinus: „In Bälde werde ich meine neuesten Forschungen veröffentlichen. Ich will da nicht vorgreifen. Eines aber kann ich schon jetzt sagen: das wird eine Sensation!........Moment! Ich habe da was läuten gehört. Der Kretzig, dieses Schwein! Er hat meine Forschungsergebnisse schon gestern in einer Fachzeitung publiziert. Dieses Klonerschwein! Dieser Schweinekloner! Alles ein Plagiat! Dieser Kretzig, diese Kretzen! Ich erwürge ihn!“

Professor Quants Avinus läuft rot und blau an und stürmt mit geballten Fäusten davon!

Ein sprachloser Interviewer bleibt zurück!


Ein weiteres Interview:

Professor Rotlauf -Blau, berühmter Maler und Lehrer an der Akademie der schönen Künste
(wallende, schon etwas schüttere Künstlermähne, Seidenschal lässig um den Hals geschlungen)

Journalist: „Herr Professor Rotlauf-Blau! Ihre derzeitige große Ausstellung wird von allen Kunstexperten als epochal gerühmt. Bitte um ein paar Worte zu Ihrem Werk.“

Professor Rotlauf-Blau: „Transformation und Dekonstruktion, das Paradoxe,
das Reflektive, das ist es was mein Werk kennzeichnet. Es fordert die
Wahrnehmungsgewohnheiten des Betrachters heraus. Das Werk ist nicht das was es scheint, eine dringende Kontemplation ist von Nöten.........dringend!
Ja dringend! Ich muss dringend  kacken! Dringend! Alles Scheiße, alles Scheiße!“

Professor Rotlauf-Blau verlässt laut schreiend „alles Scheiße“ das Foyer seiner Ausstellung und erreicht im letzten Augenblick die Toilette.

Wieder hat das Psycho-Virus zugeschlagen!

Ein Wirtschaftsjournalist interviewt Herrn Vorstands-Vorsitzenden und fundierten Börsenexperten Herrn Schmidt-Spekulatius:
(italienischer Designeranzug)

„Herr Vorstands-Vorsitzender, die wirtschaftliche Lage unseres Landes ist leider  nicht die beste. Was würden Sie als Wirtschafts- und Finanzexperte unseren Hörern bezüglich Kapitalanlagen raten.“

„Aktien kaufen natürlich und in Derivaten investieren! Der Kurs kann nur mehr abwärts..Entschuldigung aufwärts gehen. Keine Sorge! Ihr Geld ist gut angelegt. In jedem Fall – wenn die Banken krachen so rettet sie sowieso der Staat – sprich der Steuerzahler!“

Journalist: „ und die Anleger? viele unserer Bürger haben Angst, dass sie um ihr sauer Erspartes betrogen werden. Können Sie sie beruhigen?“

Schmidt-Spekulatius: „betrogen?....... ja, meine Frau betrügt mich! Das ist mir soeben klar geworden! Mit dem Golf-Lehrer! Darum hat der Kerl letztens in Kalifornien am Golfplatz so hämisch gegrinst, als ihn mir meine Frau vorgestellt hat. Ich lasse mich scheiden! Ich nehme mir die besten Anwälte! Nichts bekommt die Schlampe von meinem Geld! Aber vorher lasse ich sie und den Golf-Heini umbringen! Auftragsmord!“

Schmidt-Spekulatius zieht ein Klappmesser  aus seiner Sakko-Innentasche  und schleudert es zum Glück ins Leere, aber dennoch haarscharf an der Schläfe des  geschockten Journalisten vorbei.

Mit vollem Einsatz aber bisher ohne Erfolg sucht die Pharma-Industrie ein Mittel gegen das Psycho-Virus,